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PfleMeO - Mental ermunternde Organisationen

Menschen fühlen sich wohl und bleiben geistig aktiv, wenn sie Aktivitäten nachgehen können und soziale Beziehungen erleben, die ihnen angenehm und wichtig sind. Wenn Pflegeeinrichtungen ihre Bewohnenden anregen, ihre Fähigkeiten so viel wie möglich zu nutzen, indem sie ihnen individuell bedeutsame Aktivitäten ermöglichen, dann fördern sie die psychosoziale und kognitive Gesundheit. PfleMeO begleitet Pflegeeinrichtungen auf dem Weg zu „mental ermunternden Organisationen“. Dabei werden Mitarbeitende und Angehörige systematisch einbezogen.

Aktuelle Information zu PfleMeO

Die Förderung des „PfleMeO”-Programms durch den PKV-Verband ist ausgelaufen. Der „PfleMeO”-Ansatz hat sich als pflegepolitisch richtig und an pflegepraktische Ansätze der personzentrierten Haltung als anschlussfähig erwiesen. Die Integrationsfähigkeit des PfleMeO-Ansatzes in die pflegerische Praxis haben sich im Rahmen der Erprobung unter den aktuellen Rahmenbedingungen in der Pflege als teilweise zu komplex und rigide in der Einführung herausgestellt. Die Erprobung brachte wichtige Erkenntnisse zur Integration gesundheitsfördernder und präventiver Ansätze in das pflegerische Setting hervor, aus denen andere Ansätze aktiv lernen können.

Eine Kurzzusammenfassung der Evaluation sowie der Link zu den gesamten Evaluationsergebnissen auf der Website des iso-Instituts sind im Bereich „Weitere Downloads und Links" zu finden.

Worum geht es?

Eine Pflegeeinrichtung unterscheidet sich von den eigenen vier Wänden und folgt ihren eigenen Regeln. Pflegebedürftige Menschen brauchen zudem Unterstützung, um ihre Vorstellung von einem „guten“ Leben verwirklichen zu können. Trotzdem ist es möglich, einer zunehmenden geistigen und sozialen Inaktivität entgegenzuwirken - und zwar nicht nur bei kognitiv „fitten“ Bewohner*innen, sondern auch bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Hier setzen wir mit PfleMeO an und unterstützen Pflegeeinrichtungen mittels eigens qualifizierten Beratungspersonen dabei, mental ermunternd zu sein bzw. zu werden

Six Senses als Schlüssel zur Stärkung der Person-Zentrierung

Das PfleMeO-Konzept lässt sich dabei in einem Satz zusammenfassen: Eine Pflegeeinrichtung fördert das
Wohlbefinden und die geistige Regsamkeit der Bewohner*innen, wenn sie möglichst person-zentriert arbeitet!

Für die Bewohner*innen bedeutet das, die Mitarbeitenden wissen, was für sie/ihn wichtig ist, um in der Einrichtung ein gutes Leben führen zu können, d. h. sie kennen die für sie/ihn bedeutsamen
Aktivitäten. Darüber hinaus versuchen die Mitarbeitenden bzw. die Einrichtung viele dieser individuell bedeutsamen Aktivitäten zu ermöglichen.

Die im PfleMeO-Programm zentralen Begriffe hierfür sind das „Erkunden“ und „Ermöglichen“. Für das „Erkunden“ nutzt PfleMeO die „Six Senses“ des Pflegewissenschaftlers Mike Nolan (Sicherheit, Kontinuität, Zugehörigkeit, Sinnvolles tun, Erfolg und Wertschätzung). Sie stellen den Schlüssel zur Stärkung der Person-Zentrierung im PfleMeO-Programm dar: Bei welchen Gelegenheiten oder Aktivitäten hat ein*e Bewohner*in das Gefühl, an ihre/seine Lebensgeschichte anknüpfen zu können (Kontinuität)?

Neben den Bewohner*innen lässt sich dies aber auch auf die Mitarbeitenden sowie die An- und Zugehörigen anwenden. Wenn die Mitarbeitenden sich ihrem Team zugehörig und wertgeschätzt fühlen, dann wirkt sich das positiv auf ihre psychosoziale Gesundheit aus – und indirekt auch auf die der Bewohner*innen. Die Zusammenarbeit der An- und Zugehörigen mit der Pflegeeinrichtung wird gefördert, wenn sie sich willkommen, gut informiert und einbezogen fühlen.

Das „Erkunden“ mit Hilfe der Six Senses ist die Grundlage für das „Ermöglichen“: Lassen sich für ein*e Bewohner*in mehr Aktivitäten ermöglichen, die für sie/ihn bedeutsam sind (weil sie ihr z. B. das Gefühl von Kontinuität geben)? Lässt sich für eine Kollegin bzw. einen Kollegen die Arbeitssituation so
verändern, dass sie/er häufiger das Gefühl von Erfolg hat?

Wie läuft das PfleMeO-Programm ab?

Die PfleMeO-Projektphase gliedert sich in drei aufeinanderfolgende Abschnitte (Startphase,
Umsetzungsphase, Verstetigungsphase), die im Laufe von etwa neun Monaten mit Unterstützung einer PfleMeO-Beratungsperson von der Pflegeeinrichtung durchlaufen werden. Der Startphase geht eine Einstiegsphase voran, in der interessierte Einrichtungen im Rahmen eines „Schnupper-Workshops“ das PfleMeO- Programm kennenlernen können, um eine bessere Grundlage für die Teilnahmeentscheidung zu haben.

Ablauf und Bausteine im PfleMeO-Programm

Einstieg: Schnupperworkshop, Teilnahmeentscheidung

  1. Programmstart: Kick-off-Workshop
  2. Umsetzung: Erlernen und Anwenden der drei Techniken „Arbeitssituationen“, „Fokuswoche“ und „Erlebensfenster“
  3. Verstetigung: Auswertung des Verlaufs und Aufarbeitung zur eigenständigen Fortführung

Drei Techniken erleichtern den Einstieg

Nicht nur die Bewohner*innen, sondern auch deren wichtigste Beziehungspersonen (Angehörige, Mitarbeitende) werden in den Blick genommen: Für jede Zielgruppe wird eine Technik eingeführt, die beim Einüben eines person-zentrierten Blicks hilft.

  • Fachkraft mit Buch

    Technik „Fokuswoche“

    Die Technik stellt die Bedürfnisse der Bewohner*innen in den Mittelpunkt. Ziel ist es, individuelle Bedürfnisse und Vorlieben zu entdecken („erkunden“) und Aktivitäten abzuleiten, die für die Bewohner*innen bedeutsam sind.

  • Teambesprechung

    Technik „Arbeitssituationen“

    In der Technik tauschen sich Mitarbeitende über ihre Zusammenarbeit und die Arbeitsabläufe aus. Sie möchten voneinander erfahren, was ihnen bei der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit wichtig ist und suchen gemeinsam nach Lösungen.

  • Gruppe auf Bank

    Technik „Erlebensfenster"

    Die Technik „Erlebensfenster“ bietet die Möglichkeit mit An-/Zugehörigen gezielt in einen Austausch zu treten, um zu erfahren, was für sie beim Besuch der Einrichtung wichtig ist und ob sie sich aus ihrer Sicht (ausreichend) eingebunden fühlen.

PfleMeO hilft Einrichtungen (noch) besser zu werden...

..indem es an Entwicklungen anknüpft, die mit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs wieder stärker im Fokus stehen, z. B. Förderung/Erhalt der Selbstständigkeit (statt Verrichtungsorientierung); Ermittlung/Berücksichtigung der Bedürfnisse/Wünsche der Person (QPR), und hierzu einen Organisationsentwicklungsprozess anstoßen kann.

Beratung

Einrichtungen, die das PfleMeO-Konzept umsetzen möchten, werden im Rahmen dieses
Organisationsentwicklungsprogramms (OE) systematisch unterstützt und über ca. ein Jahr durch eigens qualifizierte PfleMeO-Beratungspersonen begleitet. 

Qualifizierung

Die Mitarbeitenden werden u.a. mittels erlernter Techniken qualifiziert, die Entwicklung der Einrichtung zu einer „mental ermunternden Organisation“ eigenständig voranzutreiben. Alle Techniken ermutigen zu einem stärker person-zentrierten Arbeiten.

Partizipation

Als OE-Programm funktioniert PfleMeO nur, wenn es von den Mitarbeitenden bereichs- und berufsgruppenübergreifend verstanden, akzeptiert und umgesetzt wird. 

Die Stärkung der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit wird daher fokussiert.

Über die Anbieter*in

Expertise

Der PKV-Verband fördert gezielt Präventionsangebote, die dort stattfinden, wo Menschen einen wichtigen Teil ihrer Lebenszeit verbringen.

Über die Anbieter*in

Kontakt

Stephan Riedl
Referent
PKV-Verband 

kontakt.praevention@pkv.de